Nach dem Motiv des Kaspar Hauser wird gemeinsam mit Performer*innen eine Bühnenfassung entwickelt, die sich mit dem Thema der Isolation und deren Auswirkungen auf Sprache, Körper und Raum beschäftigt. Im Fokus dieser theatralen human_installation steht nicht die Biografie des Findelkindes, sondern die psychologischen und klinischen Modelle und Versuchsanordnungen, die sich auf den Fall Kaspar Hauser beziehen, sowie die persönlichen Erfahrungen unserer Gesellschaft im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie. Das zentrale Thema von me_hauser ist die Isolation und ihre Auswirkungen auf die menschliche Psyche.

Unabhängig der Mutmaßungen um die Person Kasper Hauser, steht der Name zum einen für absolute Isolation und den Mangel aller Fertigkeiten, die ein Mensch durch soziale Interaktion mit anderen Menschen erlernt. Zum anderen steht der Name auch für die anschließenden Sozialisierungsmaßnahmen: Das Erlernen von Sprechen und Gehen, den Grundfertigkeiten wie Schreiben und Rechnen, aber auch die Ausbildung einer sozialen Persönlichkeit, die interagiert, ein Selbstbild hat, Verhaltenskodexe erlernt, eigene Interessen entwickelt und die Zeit in der Isolation als Unnormal einstuft.

Hier stellt sich in Anbetracht unserer aktuellen, gesamtgesellschaftlichen Lage auch immer wieder die Frage: Was machen Kontaktverbot, social-distancing, sowie kulturelle Reizarmut und eine zunehmende Vereinsamung mit uns?

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